Fersensporn, was wirklich hilft

Jeder hat den Begriff Fersensporn schon einmal gehört. Kaum jemand weiss aber was genau ein Fersensporn ist. Der Fersensporn  ist ein knöcherner Sporn (stachel- oder dornförmige Ausziehung) am Fersenbein. Den unteren (plantaren) Fersensporn findet man an der Unterseite des Fersenbeines, den hinteren (dorsalen) Fersensporn an der Hinterseite des Fersenbeines.

Röntgenaufnahme Fuss Fersensporn

Wie bildet sich ein Fersensporn?

Der Fuß ist wie ein Bogen aufgebaut. Die Sehnenplatte der Fußsohle entspricht der Sehne des Bogens. Die Sehnenplatte der Fußsohle ist an der Unterseite des Fersenbeines befestigt. Der Übergang zwischen Sehne und Knochen ist eine Schwachstelle. Wenn das Fußgewölbe unter
starker Belastung oder durch Alterung flacher wird, kommt die Sehne enorm unter Spannung. An der Stelle wo die Sehne am Knochen ansetzt entstehen kleinste Verletzungen (Mikroverletzungen) die sehr schmerzhaft sind.Um die Mikroverketzungen zu reparieren bildet der Körper unter anderem Verkalkungen aus denen sich im Lauf der Zeit der Sporn entwickelt.

Ist ein Fersersensporn erblich bedingt?

Eine genetisch bedingte Veranlagung ist nicht bekannt.

Bereitet ein Fersensporn immer Schmerzen?

Ganz klar nein! Bei vielen Röntgenuntersuchungen beispielsweise wegen Unfällen, finden Ärzte als Nebenbefund einen Fersensporn ohne dass die Patienten davon wissen, weil er ihnen noch nie Schmerzen bereitet hat.

Welche Risikofaktoren für einen Fersensporn gibt es?

Fußfehlstellungen wie Senk-Spreizfuß oder Knick-Senkfuß begünstigen den Fersensporn. Ein wichtiger Faktor ist Übergewicht. Weiterhin dauerhafte Überlastung durch Arbeit und Sport.

 

Hat ein Fersensporn „Nebenwirkungen“?

Auswirkungen wäre der bessere Begriff. Wenn man wegen Schmerzen an der Ferse weniger oder anders läuft als das sonst der Fall wäre, hat das natürlich Auswirkugen. Wer wegen Schmerzen weniger läuft oder sich weniger bewegt wird zunehmen. Mehr Gewicht hat immer Auswirkungen auf Gesundheit und Wohlbefinden. Wenn man wegen Schmerzen an der Ferse den Bewegungsablauf ändert, wirkt sich das auf die Umgebung aus. Fußgelenke, Knie, Hüfte und sogar der Rücken können in Mitleidenschaft gezogen werden.

 

Sonstige Ursachen für Fersenschmerzen

Entzündung des Sehnenansatzes am Fersenbein (Fasciiti plantaris)
Am Sehnenansatz entstehen kleinste Verletzungen die Schmezen verursachen.
Nerveneinengung
Durch Muskelzuwachs und Veränderungen am Knochen können schmerzhafte Einengungen im Nervenverlauf entstehen.
Verdünnung des Fettpolsters unter dem Fersenbein
Mehrbelastung durch Übergewicht oder Dauerbelastung bei Läufern können zu einer Ausdünnung des Fettpolsters der Ferse führen. Auch durch Cortisonbehandlung  (Spritzen) kann es zur Ausdünnung des Fettpolsters kommen.
Arthrose des oberen oder unteren Sprunggelenkes
Um Schmerzen zu vermeiden wird unbewußt die Abrollbewegung des Fußes verändert. Dadurch kann es zu Fehlbelastungen und Schmerzen an der Ferse kommen.
Bandscheibenerkrankungen
Durch einen Bandscheibenvorfall oder eine -vorwölbung kann es zu Druck auf Nerven und dadurch Schmerzen im Bereich der Ferse kommen.

 

Wie kann man den Fersensporn behandeln?

Einlagen und Einlegesohlen gegen Fersensporn

Einlagen und Silicon-Fersenkissen gehören zur „ersten Hilfe“ gegen Fersensporn. Häufige Ursachen von Fersenschmerzen sind Veränderungen der Fußgewölbe und Fehlstellungen der Füße. Insbesondere die übermäßige Pronation (Einwärtsdrehen) der Füße. Die Unterstützung der Fußgewölbe, die Entlastung der Sehnenplatte (Fascia plantaris) der Fußsohle und die Dämpfung durch geeignete Materialien können die Statik des Fußes verbessern und Beschwerden erheblich lindern. Interessanterweise gibt es bisher keine Studien die belegen, dass nach Maß gefertigte Einlagen besser geeignet sind als konfektionierte Einlagen. Es gibt amerikanische Untersuchungen, die belegen, dass durch das Tragen von Einlagen, kombiniert mit täglichen Übungen, 95 % der Patienten erhebliche und dauerhafte Linderung bis Befreiung von ihren Fersenschmerzen erreicht hatten. Weiter Infos zum Thema Einlagen.

Dehnungsübungen bei Fersensporn

Die entstehenden Reizungen führen oft zu starken Fersenschmerzen. Es gibt einige Maßnahmen, um den Druck und Zug am Fersensporn zu verringern.

Die folgenden drei Übungen werden von medizinischen Fachgesellschaften empfohlen:

1. Stellen sie sich vor eine Wand und lehnen Sie sich vorwärts. Das Bein der betroffenen Seite steht gestreckt, schrittweit nach hinten. Lehnen Sie sich so weit nach vorne, bis Sie Spannung in der Wade und dem Fussgewölbe spüren. Diese Spannung halten Sie für 10 bis 20 Sekunden.Dann entspannen und die Übung zehnmal wiederholen. Sind beide Seiten betroffen, müssen Sie die Übungen auch mit beiden Seiten durchführen.

Dehnungsuebung-1

2. Halten Sie sich an einem Stuhl oder Tisch fest. Beugen Sie beide Knie und gehen Sie langsam in die Hocke. Die Fersen bleiben dabei fest auf dem Boden stehen. Wenn Sie Spannung in den Waden und Fussgewölben spüren, halten Sie diese Spannung für 10 bis 20 Sekunden. Wiederholen Sie die  Übung zehnmal.

Dehnungsuebung-2

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3. Stellen Sie sich mit den Fußspitzen auf einen Absatz oder eine Treppenstufe. Senken Sie die Fersen langsam ab, bis Sie deutlich Spannung in ihren Waden spüren. Halten Sie die Spannung für 10 bis 20 Sekunden und wiederholen Sie die Übung zehnmal.

Dehnungsuebungen-3

Wertvolle Tipps zu Fersensporn und Fußproblemen in Alltag und Sport finden Sie in dem kostenlosen E-Book: “Schnelle Hife bei Fußproblemen” von Dr. Peter Berg

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Krankengymnastik bei Fersensporn

Krankengymnastik beinhaltet die oben erwähneten Dehnugsübungen, die unverzichtbarer Bestandteil jeder Behandlung sein sollten. Darüber hinaus kommen Massagen und manuelle Therapie zur Anwendung um die Muskulatur der Fußsohle und der Waden zu entspannen.

Fußgymnastik bei Fersensporn

Der Fuß hat ein aktives und ein passives Stabilisierungssystem. Damit wird das Fußgewölbe erhalten und der Körper im Gehen, Stehen und Laufen stabilisiert.
Das aktive System besteht aus den kleinen Muskeln der Innenseite des Fußes als auch der Sehnen einiger Muskeln des Unterschenkels. Diese richten gemeinsam das Fußgewölbe auf. Das passive System besteht aus allen Knochen, Gelenkkapseln und Bänder im und am Fuß. Fußgymnastik kräftigt Muskeln und Banmdapparat. Besonder bewährt haben sich Spialdynamik-Übungen. Spiraldynamik ist ein anatomisch begründetes Bewegungs- und Therapiekonzept.

Dehnungswippe (ProStretch) gegen Fersensporn

Mit der ProStretch Dehnungswippe lassen sich sehr gezielt und optimal dosiert Dehnungsübungen vornehmen. Die Dehnungswippe wird gegen Fersenschmerzen aber auch gegen Beschwerden im Bereich der Achillessehne und der Waden eingesetzt. Auf YouTube gibt es anschauliche Videos zur Anleitung. Auch von Sportlern wird diese Hilfsmittel intensiv genutzt.

Welche Schuhe bei Fersensporn

Schuhe spielen in der Entstehung und der Behandlung von Fersenschmerzen eine wichtige Rolle. Schuhe mit dünnen Sohlen und festen Absätzen übertragen bei jedem Schritt Stoßbelastung auf die Füße. Bei normaler Fußstellung und gut funktionierendem Fettpolster der Ferse muß das kein Problem sein. Liegt aber eine Fehstellung vor oder ist das Fettpolster breits ausgedünnt können starke Schmerzen bei jedem Schritt die Folge sein.
Schuhe sollten also möglichst weiche Sohlen und Absätze haben, damit die Stoßbelastung gedämpf wird. Aufbessern der Schuhe durch eine weiche Einlage kann ebenfalls hilfreich sein. Als Hausschuhe haben sich weiche Kunststoff-Clogs bewährt. Besonders dann wenn die Böden in Haus und Wohnung sehr fest sind wie Parkett oder Fliesen.

Medikamente gegen Fersensporn

Medikamente werden zur Entzündungshemmung und gegen Schmerzen eingesetz. Es stehen homöopathische Mittel wie Traumeel oder pflanzliche Mittel wie Wobenzym zur Verfügung. Darüber hinaus kommen nicht cortisonhaltige, entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz. Die gebräuchlichsten Wirkstoffe sind Diclofenac und Ibuprofen. Sie wirken stark entzündungshemmend und lindern dadurch auch den Schmerz. Diese Medikamente sind sehr hilfreich, haben aber teilweise nicht unerhebliche Nebenwirkungen. Deshalb sollten Sie allenfalls wenige Tage ohne ärztliche Kontrolle
eingenommen werden. Eine rein medikamentöse Behandlung ist beim Fersensporn nicht zielführend. Als Ergänzung der Behandlung kann sie aber sehr hilfreich sein.

Injektionen (Spritzen) gegen Fersensporn

Bei sehr hartnäckigen Beschwerden kann die Injektion eines Cortisonpräparates und eines lokal wirksamen Schmerzmittels hilfreich sein.

Murmeltiersalbe gegen Fersensporn

Das Murmeltierfett hat eine gute Wirkung auf Muskulatur und Gelenke. Es wird als altes Hausmittel im Alpenländischen Raum eingesetzt. Die Rezeptur ist sehr alt und wird von Generation zu Generation weitergegeben. Besonders bei Beschwerden durch Überbeanspruchung von Muskeln und Gelenken hat sich die Salbe seit altersher bewährt.

Pferdesalbe gegen Fersensporn

Pferdesalbe wurde ursprünglich zur Behandlung von Gelenk- und Muskelschmerzen bei Pferden entwickelt. Die Bezeichnung Pferdesalbe hat ihren Ursprung aber daher, dass ursprünglich Bestandteile der Rosskastanie verwendet wurden. Die Rosskastanie wird auch als Pferdekastanie bezeichnet. Weitere Bestandteile sind Menthol, Kampfer, Rosmarin und Arnika. Diese Wirkstoffe der Salbe haben sich in der Naturheilkunde bereits bei der Behandlung von Schwellungen und Prellungen bewährt.

Homöopathie gegen Fersensporn

Der britische Arzt J J Garth Wilkinson  hatte beobachtet, daß am Fuße des isländischen Vulkans Hekla weidende Schafe vermehrt Exostosen (Knochenauswüchse) der Kieferknochen aufwiesen. In Anwendung des Ähnlichkeitsgrundsatzes, der die Grundlage der modernen Homöopathie bildet, gelangte er zu dem Schluß: Dynamisierung der Asche dieses Vulkans nach homöopathischen Anweisungen müßte es ermöglichen, Knochenveränderungen wie Osteoporose und Fersensporn zu behandeln. Homöopathische Arzneimittel in der Behandlung des Feriensporns sind in erster Linie Hekla lava aber auch Solanum malacoxylon und Kalium bichromicum.

Hekla lava  wird meist in der Potenz C4 angewendet. Von dem Mittel werden vier Tage hintereinander alle drei Stunden je zwei Globulin genommen. Nach 24 Stunden Pause wiederholt sich der Einnahmezyklus.

Akupunktur gegen Fersensporn

Akupunktur bei Fersensporn

Die Akupunktur ist eine alte chinesische Heilmethode. Dünne Nadeln werden in vorbestimmte Punkte gestochen. Ungleichgewichte in den Energieflüssen sollen beseitigt werden. Schmerzen lassen sich in vielen Fällen gut behandeln. Akupunktur ist selten die Behandlungsmethode der ersten Wahl. Als ergänzende Behandlungsmethode zeigt sie aber in vielen Fällen gute Resultate.

Stoßwellentherapie (ESWT) gegen Fersensporn

ESWT-Ferse

Die gute Wirksamkeit der Stoßwellentherapie ist durch viele Studien belegt. Beider Stoßwellentherapie werden energiereiche Schallwellen auf die Schmerzregion geleitet. Dadurch werden Entzündungsreaktionen gemildert und Selbstheilungskräfte aktiviert. Es bedarf in der Regel vier bis sechs Behandlungen, die jeweils etwa 20 Minuten dauern. Die Kosten der Stoßwellentherapie werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht, von den privaten Krankenkassen fast immer übernommen.

Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) gegen Fersensporn

Die Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) ist eine elektromedizinische Reizstromtherapie mit niedriger Frequenz, 2–4 Hz (Low), oder hoher Frequenz, 80–100 Hz (High). Sie wird unter anderem mit gutem Erfolg in der Schmerzbehandlung eingesetzt. Klebeelektroden werden dafür in den Schmerzbereichen aufgeleht. Damit werden die elektrischen Impulse auf die Hautoberfläche übertragen. Es werden Frequenzen zwischen 1 und 100 HZ angewendet. Die Impulse werden meist als Kribbeln auf der Haut empfunden. TENS-Geräte verfügen über mehrere Programme, die die Abfolge der Stromimpulse regeln. Man sollte verschiedene Programme testen um herauszufinden welches im speziellen Fall am besten geeignet ist.

Kinesio-Taping gegen Fersensporn

Ursprünglich stammen das Tape und die Methode aus Japan. 1973 entwickelte der Chiropraktiker Kenzo Kase das so genannte Kinesio Taping. Bei einem kinesiologischen Tape (Kinesio-Tape) handelt es sich um ein elastisches, selbstklebendes Tape aus textilem Material. Es kann mit unterschiedlichen Tapingtechniken auf die Haut aufgebracht werden. Dementsprechend unterschiedliche Wirkunge können erreicht werden. Der wissenschaftliche Wirkungsnachweis steht momentan noch aus. Das Kinesio-Taping erfreut sich dennoch großer Beliebtheit. Auch in
der Sportmedizin wird es in großem Umfang angewendet. Für professionelle Anwender wie Ärzte und Physiotherapeuten gibt es inzwischen eine Vielzahl von Schulungsangeboten zum Erlernen der korrekten Taping-Techniken. Unabhängig davon gibt es mittlerweile auch umfangreiche Informations- und Produktangebote für Laienanwender zum Selbst-Tapen.

 

Röntgen-Schmerzbestrahlung gegen Fersensporn

Die niedrigdosierte Röntgen-Schmerzbestrahlung zur Behandlung von chronischen Schmerzen und gutartigen Krankheiten ist eine sehr gut wirksame Behandlungsmethode. Die Röntgen-Schmerzbestrahlung kann Schmerzen durch entzündliche Veränderungen der Gelenke, Sehnen und Sehnenansätze deutlich lindern, in vielen Fällen sogar ganz beseitigen. Die Behandlungskosten werden von den gesetzlichen und den privaten Krankenkassen übernommen. Artikel Deutsches Ärzteblatt

Gibt es einen Fersensporn bei Kindern?

Einen Fersensporn bei Kindern, also am wachsenden Skelett gibt es nicht. Dennoch können auch Kinder unter Schmerzen an der Ferse leiden. Meist ist die Ursache eine Reizung an der Wachstumsfuge des Fersenbeines (Apophysitis calcanei). Wenn Schmerzen sehr stark sind oder nach einigen Tagen nicht abklingen sollte eine Vorstellung beim Kinderarzt oder Orthopäden erfolgen.